> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://www.kevinhelfenstein.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# DAX auf Rekordhoch – doch am Wochenende hat sich das Spiel gedreht
- URL: https://www.kevinhelfenstein.de/dax-auf-rekordhoch-doch-am-wochenende-hat-sich-das-spiel-gedreht/
- Published: 2026-08-31T08:59:15.000Z
- Updated: 2026-08-31T08:59:15.000Z
- Description: Der DAX schließt bei 26.581 Punkten auf Rekord. Sieht super aus. Ist es auch – bis man auf die Nachrichten vom Wochenende schaut. Neue Angriffe auf den Iran, Öl bei 90 Dollar, Inflation zieht an. Und plötzlich sieht die Party ganz anders aus.
- Author: Kevin Helfenstein
- Tags: Wochenanalyse

Fangen wir mit dem Schönen an. Der DAX steht auf einem **neuen Allzeithoch**. Am Freitag ging er mit **26.581 Punkten** aus dem Handel. Seit Jahresanfang sind das rund **+8,5 %**. Von der Iran-Delle im Sommer? Keine Spur mehr.

Treiber der letzten Woche waren zwei Dinge: die starken Nvidia-Zahlen und die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh in Jackson Hole. Die KI-Fantasie läuft weiter. Und die Anleger haben Warshs optimistischen Blick auf die US-Konjunktur gefeiert.

![DAX Wochenschlusskurse Juli bis August 2026 mit Rekordhoch](https://storage.ghost.io/c/6c/a9/6ca9ec1d-7477-4e06-8126-96cf32d3aab7/content/images/2026/08/chart1_dax.png)

Der Weg nach oben: sieben Wochen DAX-Schlusskurse bis zum Rekord bei 26.581 Punkten.

Klingt nach heiler Welt. Ist es aber nicht. Denn Warsh hat noch etwas anderes gesagt – und das geht in der Rekord-Euphorie unter.

## Warsh hat die Ansage gemacht: Zinsen rauf, wenn die Inflation nicht spurt

Der Fed-Chef hat in Jackson Hole klargemacht: Ihm bereitet die **Inflation** aktuell mehr Sorgen als der Arbeitsmarkt. Und der Satz, der hängen bleibt: *Die Fed muss reagieren, wenn die Inflation nicht zügig Richtung 2 % läuft.*

Übersetzt heißt das: Die Zinssenkungs-Fantasie, die den Markt den ganzen Sommer getragen hat, ist erstmal vom Tisch. Es geht nicht mehr um „wann wird gesenkt". Es geht um „wird vielleicht sogar erhöht".

Und dann kam das Wochenende.

## Neue Iran-Angriffe – und der Ölpreis springt auf 90 Dollar

Am Wochenende gab es **neue Angriffe auf den Iran**. Die Straße von Hormus ist wieder dicht. Durch diese Meerenge fließt rund ein Fünftel des weltweiten Öls – wenn die zu ist, wird es teuer.

Und genau das passiert: Der Ölpreis ist um **rund 2 %** nach oben gesprungen, auf etwa **90 USD** je Barrel.

![Ölpreis springt nach Iran-Eskalation auf 90 USD](https://storage.ghost.io/c/6c/a9/6ca9ec1d-7477-4e06-8126-96cf32d3aab7/content/images/2026/08/chart3_oel.png)

Straße von Hormus dicht – der Ölpreis reagiert sofort.

Warum ist das so ein Problem? Weil ein hoher Ölpreis direkt in die Inflation durchschlägt. Sprit, Transport, Heizen, Produktion – alles wird teurer. Genau in dem Moment, in dem Warsh gesagt hat „die Inflation muss runter", drückt der Iran-Konflikt sie wieder nach oben.

## Und dann noch die deutsche Inflation

Als wäre das nicht genug, meldet das Statistische Bundesamt am Montag die vorläufige deutsche Inflation für August. Die Erwartung: ein Anstieg auf rund **2,9 %** – statt der angepeilten **2 %**.

Am Dienstag folgt die Eurozone. Da rechnet der Markt mit **3,2 bis 3,3 %** nach zuletzt 2,9 %. Das ist deutlich über dem Ziel der EZB.

![Inflation Deutschland und Eurozone über dem EZB-Ziel](https://storage.ghost.io/c/6c/a9/6ca9ec1d-7477-4e06-8126-96cf32d3aab7/content/images/2026/08/chart2_inflation.png)

Beide Werte liegen klar über dem 2-Prozent-Ziel der EZB.

## Muss die EZB jetzt auch die Zinsen anheben?

Die Frage stellen sich diese Woche viele. Meine Einschätzung: **Der Druck steigt – aber ein sofortiger Zinsschritt im September ist noch nicht das wahrscheinlichste Szenario.**

Was dafür spricht: Die Inflation zieht an. Der Ölpreis heizt sie weiter an. Und wenn die Fed unter Warsh restriktiver wird, gerät die EZB unter Zugzwang – sonst wird der Euro schwächer, und ein schwacher Euro macht Importe teurer. Das treibt die Inflation noch mehr.

Was dagegen spricht: Die Kernrate – also die Inflation ohne Energie und Lebensmittel – liegt stabil bei rund 2,5 %. Der aktuelle Anstieg kommt fast nur vom Öl. Und gegen einen externen Ölschock helfen Zinserhöhungen wenig. Dazu ist die Konjunktur in der Eurozone wackelig. Wer da zu früh strafft, würgt das Wachstum ab.

**Mein Fazit zur Zinsfrage:** Ich rechne damit, dass die EZB im September erstmal **warnt** statt handelt – ein deutlich schärferer Ton, aber noch keine Anhebung. Bleibt das Öl aber dauerhaft über 90 Dollar und steigt die Kernrate, dann rücken echte Zinsschritte näher. Und dann wird es für den Aktienmarkt ungemütlich.

## Was heißt das für mich als Trader?

Ganz ehrlich: Ich werde diese Woche **vorsichtiger**. Der DAX steht auf Rekord, klar. Aber ein Rekordhoch, das gleichzeitig auf einen Ölschock und zurückkehrende Zinsangst trifft, ist keine Einladung zum Vollgas.

Der große Termin der Woche ist der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Es ist der letzte vor der Fed-Sitzung am 16\. September. Steigen die Löhne stärker als erwartet, gewinnen die Falken – und die Zinsangst kommt mit voller Wucht zurück. Über diesen Freitag halte ich keine großen offenen Positionen.

Rekord hin oder her: Diese Woche zählt Vorsicht mehr als Gier.