DAX knackt die 25.000er Marke: Warum ich jetzt trotzdem auf die Bremse trete

Die Märkte feiern die Friedenshoffnungen im Iran, doch der Ölpreis bleibt mit 95 € ein Risikofaktor. Kevin Helfenstein analysiert, warum Vorsicht jetzt wichtiger ist als Euphorie.

Es ist psychologisch ein Meilenstein: Der DAX hat heute die 25.000 Punkte berührt und steht aktuell mit einem Plus von 2,3 % glänzend da. Getragen wird diese Bewegung von einer Flut an Quartalszahlen, die besser ausgefallen sind, als es die Schwarzmaler erwartet hatten.

Die Gewinner und Verlierer im Check

Besonders stark präsentierten sich heute Morgen die Schwergewichte und zyklischen Werte:

  • Top-Performer: HelloFresh, BMW, Continental, Lufthansa, Symrise, Zalando und Rational. Hier scheinen die Lieferketten und die Nachfrage stabiler zu sein als gedacht.
  • Sorgenkinder: Renk, Fresenius und Redcare Pharmacy mussten Federn lassen und verloren rund 2 %.

Strategische Einordnung: Gier frisst Hirn?

Obwohl die Kaufsignale im Chart geradezu "All-In" schreien, mahne ich zur Vorsicht. Die Volatilität ist nach wie vor hoch. Wer jetzt aggressiv long geht, läuft Gefahr, in eine klassische Bullenfalle zu tappen, sollte sich die Lage im Iran doch wieder zuspitzen.

Meine Trading-Strategie für das aktuelle Setup: Ich bleibe konservativ. Anstatt direkt am Geld zu agieren, favorisiere ich aktuell Positionen mit einem Delta von 0,1 bis maximal 0,2.

Warum? Die hohe Volatilität spielt uns in die Karten. Durch das niedrige Delta sichern wir uns einen massiven Puffer gegen kurzfristige Rücksetzer, können aber trotzdem von der hohen Optionsprämie profitieren.

Wer jetzt euphorisch wird, hat die letzten Jahre an der Börse nichts gelernt. Nutzt die Volatilität, aber schützt euer Kapital. Konservativ ist das neue Sexy.