DAX: 25.000er Marke als unüberwindbare Hürde? Warum ich heute die Füße stillhalte
Nach dem gestrigen Minus von 1 % und dem Scheitern an der 25.000-Punkte-Marke ist Vorsicht geboten. Trotz positiver Impulse aus Asien und Trumps Iran-Diplomatie bleibt der Ölpreis ein Belastungsfaktor.
Wir stehen kurz vor dem Wochenende und die Nerven im Handelssaal liegen blank. Gestern Abend hat sich genau das abgespielt, was ich befürchtet hatte: Der DAX hat Federn gelassen. Während wir morgens noch die 25.000er Marke im Visier hatten, kam am Nachmittag der Dämpfer.

Der Rückblick: Die Bullen sind gegen die Wand gelaufen
Der DAX verlor gestern knapp 1% und notiert damit wieder deutlich unter der psychologisch wichtigen 25.000er Grenze. Mein Riecher vom Donnerstagmorgen war also richtig – der Ausbruchsversuch war nicht nachhaltig.
Was ist passiert?
- Wall Street: Die US-Börsen haben mit einem Minus von 0,4% geschlossen. Die anfängliche Euphorie über die Quartalszahlen (u.a. Airbnb und McDonald's) wurde von der geopolitischen Realität eingeholt.
- Asien: Ein kleiner Lichtblick kam heute Nacht aus Fernost. Japan und China starteten positiv, was den DAX-Future heute Morgen zumindest stabilisiert. Aber Vorsicht: Das ist oft nur ein kurzes Luftholen.
- Unternehmensnews: Während Schwergewichte wie MTU Aero Engines gestern noch mit starken Zahlen glänzten, drücken die Sorgen im Energiesektor auf die Stimmung.
Trump, der Iran und das schwarze Gold
Wir müssen über Öl sprechen. Der Preis für WTI und Brent bleibt hartnäckig hoch und liegt wie ein Mühlstein auf den Kursen. Anleger hassen Unsicherheit, und der Konflikt um die Straße von Hormus ist das Schreckgespenst des Monats.
Donald Trump spielt mal wieder seine eigene Karte auf Truth Social. Er spricht von „guten Gesprächen“ mit Teheran, um das „Project Freedom“ (die Befreiung der festsitzenden Schiffe) voranzutreiben. Diese Story ist im Markt längst eingepreist. Der Markt glaubt es erst, wenn das Öl wieder fließt.
Meine Strategie für heute: Hände in die Taschen
Es ist Freitag. Erfahrenen Tradern sagt das: Vorsicht vor dem Wochenend-Risiko.
Gerade in Zeiten, in denen über Nacht Frieden geschlossen oder ein neuer Handelskrieg angezettelt werden kann, ist es brandgefährlich, große Positionen über das Wochenende zu halten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir heute einen eher ruhigen, abwartenden Handel sehen – es sei denn, es sickert etwas Handfestes aus den Verhandlungen mit dem Iran durch.
Mein ehrliches Fazit: Ich bleibe heute auf der passiven Seite. Ich schaue mir das Spektakel vom Spielfeldrand aus an. Warum? Weil es aktuell kein Trading ist, sondern reine Spekulation. Niemand von uns hat eine Glaskugel, und mein hart verdientes Geld ist mir zu schade, um auf eine politische Münzwurf-Entscheidung zu wetten.
Ich warte auf eine eindeutige Richtung. Wenn der DAX die 25.000 nachhaltig auf Schlusskursbasis knackt, können wir wieder über Long-Positionen reden. Bis dahin: Schönen Freitag und genießt die Sonne.