DAX-Analyse zum Wochenausklang. Hexensabbat, Ölpreis-Korrrelationen und ein fettes Aufatmen

Was für eine Woche an den Märkten. Gestern sah es zeitweise so aus, als wollten die Bullen den DAX komplett durch die Decke jagen. Gegen Mittag klopften wir massiv an der Marke von 24.900 Punkten an. Doch wer die Börse länger im Blick hat, weiß: Euphorie, die rein auf Momentum basiert, ist oft ein kurzes Vergnügen. Am Nachmittag ging den Käufern komplett die Puste aus. Der Index pendelte sich lustlos zwischen 24.500 und 24.600 Punkten ein und verabschiedete sich schließlich mit einem dünnen Minus bei 24.606 Zählern in den Feierabend.

Heute Morgen sieht das Bild dank der Vorgaben aus Übersee wieder komplett gedreht aus. Schauen wir uns an, was die Würfel heute zum Wochenabschluss fallen lässt.

Die Gemengelage am Freitagmorgen

  • Der DAX-Future brennt: Außerbörslich notiert der Future aktuell gut 0,8 % im Plus und nimmt erneut die psychologische Marke von 24.900 Punkten ins Visier.
  • Rückenwind aus Asien: Japan hat über Nacht ordentlich vorgelegt – der Nikkei schließt mit einem satten Plus von rund 2 %. Das bringt zum Handelsauftakt in Europa erst einmal die nötige Liquidität und Zuversicht.
  • Ölpreise geben nach: Die Notierungen für Rohöl sind leicht gefallen. Das ist aktuell der wohl wichtigste Taktgeber für unseren Leitindex.

Meine Markt-Einschätzung: Der DAX hängt derzeit am Tropf des Ölpreises. Die geopolitischen Risiken (Stichwort Iran) hatten die Energiepreise massiv aufgepumpt, was wie Bremsflüssigkeit für die deutsche Industrie wirkte. Dass der Ölpreis jetzt etwas Luft ablässt, entlastet die europäischen Standardwerte sofort.

Da wir mit einem starken Gap-up in den Handel starten, aber Freitags-Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende drohen, gehe ich davon aus, dass wir die ganz extremen Gewinne nicht halten, sondern uns flacher aus dem Markt verabschieden. Mein persönliches Kursziel für das Wochenende: 24.800 Punkte.

Nichtsdestotrotz gilt: Bloß noch nicht euphorisch werden. Wir wissen alle, wie extrem der DAX aktuell am Tropf des Ölkurses und den Entwicklungen im Iran-Konflikt hängt. Solange es hier keine fundamentale Lösung gibt, bleibt jede Bewegung unberechenbar und wir haben schlichtweg keine klare Trendangabe.