Mercedes-Benz Q2 2026: Warum die Schlagzeile falsch ist
Die Q2 Zahlen von Mercedes wurden vorgelegt. Was soll ich sagen? Sie wurden durch Verkäufe von Assets getuned und der Kurs steigt daraufhin an.
Mercedes-Benz hat die Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Die Schlagzeilen schreiben sich von selbst: China bricht ein, in Deutschland wird gespart, die Marge im Autogeschäft liegt bei 0,2 Prozent.
Alles richtig. Und trotzdem erzählt es die Geschichte falsch herum.
Denn wer den Bericht wirklich liest, findet etwas anderes: Das Autogeschäft von Mercedes ist im Kern operativ besser geworden. Der Gewinn wird woanders vernichtet. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob die Aktie eine Chance oder eine Falle ist.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl (Q2) | 2026 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz Konzern | 32.061 Mio. € | 33.153 Mio. € | −3 % |
| EBIT Konzern | 1.547 Mio. € | 1.273 Mio. € | +22 % |
| Bereinigtes EBIT Konzern | 2.299 Mio. € | 1.988 Mio. € | +16 % |
| Ergebnis je Aktie | 1,14 € | 0,95 € | +20 % |
| EBIT Mercedes-Benz Cars | 49 Mio. € | 783 Mio. € | −94 % |
| Umsatzrendite Cars | 0,2 % | 3,2 % | −3,0 pp |
| Bereinigte Umsatzrendite Cars | 4,0 % | 5,1 % | −1,1 pp |
| Absatz Cars | 417.765 | 453.674 | −8 % |
| davon China | 98.624 | 140.397 | −30 % |
| Free Cash Flow Industrie | 1.102 Mio. € | 1.865 Mio. € | −41 % |
| Netto-Liquidität Industrie | 30.434 Mio. € | 32.162 Mio. € (31.12.) | −5 % |
Der Konzerngewinn steigt also um 22 Prozent, während das Autogeschäft praktisch bei null landet. Diese Diskrepanz ist der ganze Bericht in einer Zeile.
Das Autogeschäft ist besser, als die Marge aussieht
Ich habe mir die Ergebnisbrücke von Mercedes-Benz Cars angeschaut – also woher die 734 Millionen Euro Ergebnisrückgang genau kommen:
| Position (Q2 2026 vs. Q2 2025) | Effekt |
|---|---|
| Bruttoergebnis vom Umsatz | +152 Mio. € |
| Forschung & Entwicklung (aufwandswirksam) | +232 Mio. € |
| Vertriebskosten | −158 Mio. € |
| Verwaltungskosten | −19 Mio. € |
| Übrige Erträge/Aufwendungen | −941 Mio. € |
| Summe | −734 Mio. € |
Lies das nochmal. Das Bruttoergebnis ist gestiegen – trotz 5 Prozent weniger Umsatz. Die Bruttomarge im Autogeschäft kletterte von 16,2 auf 17,7 Prozent. Die Kostenprogramme wirken also tatsächlich.
Der komplette Absturz steckt in einer einzigen Zeile: „Übrige Erträge und Aufwendungen", minus 941 Millionen Euro. Und das ist im Kern China – Wertminderungen auf die chinesischen Beteiligungen und ein tief negatives Ergebnis aus dem Gemeinschaftsunternehmen.
Mein Punkt: Das ist kein operatives Versagen im Werk. Das ist ein Beteiligungsproblem. Der Unterschied ist gewaltig – denn Wertminderungen fallen einmal an, ein kaputtes Geschäftsmodell nicht.
Eine Einschränkung gehört dazu: Die Aktivierungsquote in der Entwicklung stieg von 34 auf 41 Prozent. Die F&E-Leistungen sanken um 8 Prozent, die aufwandswirksamen Kosten aber um 17 Prozent. Ein Teil der „Effizienz" ist also schlicht Bilanzierung – Kosten wandern in die Bilanz statt in die Gewinn- und Verlustrechnung. Das schmeichelt dem heutigen Ergebnis und belastet die Abschreibungen von morgen.
China ist schlimmer als gedacht – aber nicht überall

China: minus 30 Prozent. In einem einzigen Quartal. Im Halbjahr minus 28 Prozent. Das ist keine Delle, das ist ein Markt, der wegbricht.
Der Konzern nennt drei Gründe: intensiver Wettbewerb, zurückhaltende Verbraucherstimmung, Modellwechsel. An einer Stelle wird der Bericht ungewöhnlich deutlich: Im chinesischen Premium- und Luxussegment sei „aufgrund eines anhaltenden intensiven Preiskampfs, insbesondere der lokalen Hersteller, für viele ausländische Hersteller von einer deutlich schwächeren Absatzentwicklung auszugehen." Das ist Konzernsprache für: Wir verlieren dort strukturell.
Und es kostet doppelt. Nicht nur der Absatz fehlt – auch die Beteiligungen werden abgewertet:
- 752 Mio. € Wertminderungen auf chinesische at-equity-Beteiligungen im Quartal
- 92 Mio. € Risikovorsorge für eine Finanzierungszusage an smart
- Das anteilige Ergebnis von Beijing Benz (BBAC) rutschte im Quartal auf −560 Mio. € (Vorjahr: +111 Mio. €)
Zusammen bereinigt der Konzern 844 Millionen Euro als „Bewertungseffekte im Zusammenhang mit at-equity bewerteten Finanzinvestitionen in China" heraus. Man darf durchaus fragen, ob man ausgerechnet die Abschreibung auf das China-Geschäft herausrechnen sollte, wenn China das Kernproblem ist.
Jetzt die andere Hälfte, die kaum jemand erwähnt:
- Europa: +4 Prozent, Deutschland sogar +6 Prozent
- Nordamerika: +13 Prozent, USA +10 Prozent
Die Kernmärkte wachsen. Der Absatzrückgang von 8 Prozent ist zu hundert Prozent ein Asien-Problem. Wer „Mercedes verkauft weniger Autos" schreibt, hat nur die halbe Tabelle gelesen.
Der Elektro-Umschwung ist real

Das war für mich die größte Überraschung im Bericht.
Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge stieg im Quartal um 51 Prozent auf 52.852 Einheiten. Der BEV-Anteil kletterte von 7,7 auf 12,7 Prozent. Getragen wurde das laut Bericht von den neuen Modellen GLC, CLA und GLB – und vor allem von Deutschland.
Mercedes hat daraufhin als einzige Kennzahl die Prognose für den Elektro-Anteil angehoben: von 21–23 auf 23–25 Prozent.
Gegenläufig brechen die Plug-in-Hybride um 41 Prozent ein – wegen auslaufender Modelle in China und weggefallener Steueranreize in den USA. Unterm Strich bleibt der elektrifizierte Anteil mit 20,9 Prozent stabil.
Aber die Richtung stimmt: Der teure, riskante Umbau auf die neuen Plattformen MMA und MB.EA beginnt Volumen zu liefern. Genau das war die große offene Frage der letzten zwei Jahre.
Wer den Gewinn eigentlich verdient

Hier wird es unangenehm für alle, die auf die Konzern-Schlagzeile „+16 Prozent bereinigtes EBIT" schauen:
- Cars: 1.228 → 909 Mio. € (−26 %)
- Vans: 441 → 454 Mio. € (+3 %)
- Financial Services: 290 → 492 Mio. € (+70 %)
- Überleitung: 29 → 444 Mio. €
Das Plus im Konzern kommt fast vollständig aus der Bank und aus der Überleitung. Und die Überleitung enthält unter anderem 95 Mio. € aus der Neubewertung von Aktienrückkauf-Verbindlichkeiten und 80 Mio. € Dividende von Daimler Truck. Das sind Buchgewinne, keine verkauften Autos.
Mercedes-Benz Financial Services läuft dabei hervorragend: 15,3 Prozent bereinigte Eigenkapitalrendite, höhere Zinsmarge, niedrigere Kreditrisikokosten. Die Prognose wurde von 10–12 auf 12–14 Prozent angehoben. Das ist ein echter, unterschätzter Wert im Konzern.
Bei den Vans ist das Bild gespalten: 11,3 Prozent Umsatzrendite sehen stark aus, aber der Cashflow ist mit −120 Mio. € im Quartal negativ. Grund sind die Anlaufkosten der neuen Van-Architektur und um 62 Prozent gestiegene Investitionen. Eine Investition in die Zukunft – die jetzt Geld kostet.
Der Stellenabbau – was wirklich passiert
Hier lohnt Präzision, weil in den Medien vieles vermischt wird.
Das alte Abbauprogramm ist beendet. Das Personalabbauprogramm für den indirekten Bereich in Deutschland lief nach doppelter Freiwilligkeit von April 2025 bis 31. März 2026 und ist ausgelaufen. In Einzelfällen gelten die Abfindungskonditionen noch bis Jahresende.
Neu ist die „Produktivitätsoffensive für Deutschland", im Juni 2026 vom Vorstand gestartet. Und die hat es in sich. Wörtlich geplant sind:
- „radikale Beschleunigung von Prozessen"
- „radikale Verschlankung gewachsener Strukturen"
- „mehr Arbeitsstunden ohne Lohnausgleich"
- Verschiebung des sogenannten Transformationsbausteins – ein Entgeltbestandteil, der im Juli 2026 hätte ausgezahlt werden sollen – ins Jahr 2027
- Prüfung, ob weitere Entgeltbestandteile und Sonderzahlungen fortgeführt werden
Das ist kein klassischer Stellenabbau. Das ist ein Angriff auf die Lohnkosten je Stunde. Der Bericht formuliert vorsichtig, dass weitere Auswirkungen „von den Diskussionen mit der Arbeitnehmervertretung abhängig" sind. Übersetzt: Das gibt Ärger.
Und dann verschwindet der eigene Vertrieb. Mercedes verkauft seine Niederlassungen im Akkord. Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden Verträge für Kassel, Würzburg, Hannover, Wuppertal, Aachen, Reutlingen und Berlin unterzeichnet; Kassel und Würzburg sind bereits vollzogen. Dazu kommen Athlon (an BNP Paribas), das europäische Schnellladenetzwerk, Anteile an Daimler Truck, Blacklane und die Produktion in Mexiko.
Der Konzern verkauft alles, was nicht Kernauto ist. Das kostet Arbeitsplätze, bringt aber Geld: Allein aus den Niederlassungsverkäufen erwartet Mercedes 2026 einen positiven Ergebniseffekt im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
Die Prognose – der versteckte Rückzieher
Das hier ist der wichtigste Absatz des ganzen Berichts, und er steht auf Seite 35.
| Kennzahl | Prognose Dezember 2025 | Prognose jetzt |
|---|---|---|
| Umsatz Konzern | auf Vorjahresniveau | leicht unter Vorjahresniveau |
| EBIT Konzern | deutlich über Vorjahresniveau | unverändert |
| Absatz Cars | auf Vorjahresniveau | leicht unter Vorjahresniveau |
| Bereinigte Umsatzrendite Cars | 3–5 % | unverändert |
| Elektro-Anteil Cars | 21–23 % | 23–25 % |
| EK-Rendite Financial Services | 10–12 % | 12–14 % |
Auf den ersten Blick: Umsatz und Absatz gesenkt, Ergebnisprognose gehalten. Nicht schön, aber verkraftbar.
Auf den zweiten Blick steht da Folgendes: Im ersten Halbjahr wirkten sich rund 0,4 Mrd. € EBIT und 0,5 Mrd. € Free Cash Flow aus M&A-Transaktionen positiv aus. Und weiter: „Potenzielle Effekte aus M&A-Transaktionen im zweiten Halbjahr sind nun sowohl in der Prognose des EBIT als auch des Free Cash Flows des Industriegeschäfts berücksichtigt. Unter Berücksichtigung dieser positiven Effekte bleiben die ursprünglich ohne M&A-Transaktionen berichteten Prognosen für das Jahr 2026 unverändert."
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Ergebnisprognose steht nur deshalb noch, weil jetzt Verkaufserlöse eingerechnet werden, die vorher nicht drin waren. Operativ wurde die Prognose faktisch gesenkt – man sieht es nur nicht in der Tabelle.
Das ist völlig legal und wird sauber offengelegt. Aber wer nur die Prognosetabelle überfliegt, übersieht es.
Cash, Bilanz und die Dividendenfrage

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts fiel im Quartal um 41 Prozent auf 1,1 Mrd. €, im Halbjahr um 30 Prozent auf 3,0 Mrd. €. Belastet haben Auszahlungen aus dem Personalabbauprogramm, höhere Investitionen (+23 %) und der Aufbau vermieteter Fahrzeuge.
Jetzt die Rechnung, die zählt:
- Free Cash Flow Industrie im Halbjahr: 3,0 Mrd. €
- Dividendenzahlung im Halbjahr: 3,3 Mrd. €
- Aktienrückkäufe im Halbjahr: 1,8 Mrd. €
Mercedes hat im ersten Halbjahr also rund 5,1 Mrd. € an die Aktionäre ausgeschüttet und 3,0 Mrd. € erwirtschaftet. Die Differenz kommt aus der Kasse – die Netto-Liquidität sank entsprechend von 32,2 auf 30,4 Mrd. €.
Bei dieser Bilanz ist das kein Drama. Beliebig wiederholbar ist es aber auch nicht.
Zwei Warnsignale, die das Management selbst sendet:
- Die Dividende wurde bereits gekürzt – von 4,30 € auf 3,50 € je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Die Ausschüttung fiel damit von 4,14 auf 3,32 Mrd. €.
- Das neue Aktienrückkaufprogramm ist halbiert. Das gerade abgeschlossene Programm 2025/2026 hatte ein Volumen von 2,09 Mrd. € (38 Mio. Aktien, 3,9 % des Grundkapitals). Das neue Programm soll bis zu 1,0 Mrd. € umfassen.
Wenn ein Vorstand das Rückkauftempo halbiert, während die Aktie deutlich unter Buchwert notiert, sagt er damit etwas über seine eigene Cash-Erwartung.
Die Bilanz selbst bleibt eine Festung:
- Eigenkapital der Aktionäre: 91,8 Mrd. €
- Eigenkapitalquote Industriegeschäft: 66,7 %
- Netto-Liquidität Industrie: 30,4 Mrd. €
Bei rund 926 Mio. ausstehenden Aktien entspricht das einem Buchwert von rund 99 € je Aktie und rund 33 € Netto-Liquidität je Aktie.
Zum Vergleich: Mercedes selbst hat zwischen November 2025 und Juni 2026 eigene Aktien zu durchschnittlich rund 55 € zurückgekauft. Der Konzern kauft seine eigene Substanz also mit gut 45 Prozent Abschlag auf den Buchwert ein.
Lohnt sich der Einstieg?
Bei einem Kurs von 46 € ergibt sich:
- Kurs-Buchwert-Verhältnis: 46 € / 99 € = 0,46€
- Dividendenrendite: 3,50 € / 46 € = 0,07 %
- Netto-Liquidität je Aktie im Verhältnis zum Kurs: 33 € / 46 € = 0,71 %
Die entscheidende Frage lautet nicht „ist es billig". Billig ist offensichtlich. Sie lautet: Sind 4 Prozent bereinigte Marge im Autogeschäft der Boden – oder die neue Normalität?
Nach diesem Bericht sage ich: eher der Boden. Aus vier Gründen.
Erstens ist die Bruttomarge gestiegen, nicht gefallen. Das Kerngeschäft rechnet sich besser als vor einem Jahr.
Zweitens sind die China-Beteiligungen jetzt weitgehend abgeschrieben. Der Buchwert der at-equity-Beteiligungen sank von 10,0 auf 9,5 Mrd. €. Weitere Abwertungen sind möglich, aber die große Portion ist durch. Ein Sondereffekt, der zweimal kommt, ist keiner mehr.
Drittens wachsen Europa und die USA, und der Elektro-Hochlauf funktioniert erstmals. Der Produktzyklus – neue S-Klasse, elektrische C-Klasse ab Juli aus Kecskemét, überarbeiteter GLE und GLS aus Tuscaloosa – liegt vor uns, nicht hinter uns.
Viertens zieht die Bilanz eine Untergrenze ein. 30 Mrd. € Netto-Liquidität und 67 Prozent Eigenkapitalquote im Industriegeschäft bedeuten: Dieses Unternehmen geht nicht kaputt, egal wie hässlich zwei oder drei Quartale werden.
Aber – und das ist kein kleines Aber:
Das Geschäftsmodell hat sich dauerhaft verändert. Ein erheblicher Teil des früheren China-Volumens kommt nicht zurück. Der Konzern verkauft gerade in hohem Tempo Substanz – Athlon, Niederlassungen, Ladenetz, Daimler-Truck-Anteile –, um die Ergebnisprognose zu halten. Das funktioniert genau so lange, wie es etwas zu verkaufen gibt.
Und die Dividende von 3,50 € ist aus dem laufenden Free Cash Flow nicht gedeckt. Bleibt die Cars-Marge bei 4 Prozent, wird eine weitere Kürzung irgendwann unvermeidlich. Genau dann verkaufen die Anleger, die wegen der Dividende gekommen sind.
Woran ich die These messen würde
Wer hier einsteigt, sollte drei konkrete Dinge im Blick behalten:
- Die bereinigte Cars-Marge im dritten und vierten Quartal. Über 5 Prozent heißt: Der Boden hält, die Bewertung ist zu niedrig. Unter 3 Prozent heißt: Value Trap, und die Dividende wackelt.
- Den China-Absatz. Nicht ob er wächst – ob er aufhört zu fallen. Eine Stabilisierung bei 90.000 bis 100.000 Fahrzeugen pro Quartal wäre bereits ein Erfolg.
- Den Free Cash Flow im Gesamtjahr. Deckt er Dividende plus Rückkauf? Wenn nicht, schrumpft die Netto-Liquidität weiter – und die ist das eigentliche Sicherheitsnetz der ganzen These.
Dazu kommen zwei Optionen, die heute niemand bezahlt: die Absichtserklärung mit TYTAN Technologies für fahrzeugbasierte Verteidigungsanwendungen auf Basis von G-Klasse, Sprinter und Vito – und die Beteiligung an Momenta Global, die durch den Börsengang Anfang Juli allein im zweiten Quartal 236 Mio. € an positiven Bewertungseffekten brachte.
Mein Fazit
Der Markt bekommt heute eine hässliche Schlagzeile und eine Marge von 0,2 Prozent zu sehen. Was er nicht sofort sieht: Das operative Autogeschäft hat sich verbessert, der Elektro-Hochlauf funktioniert, und die Kernmärkte wachsen.
Was er ebenfalls nicht sofort sieht: Die Ergebnisprognose steht nur noch, weil Verkaufserlöse eingerechnet werden. Und die Ausschüttung ist nicht verdient.
Beides ist wahr. Mercedes ist kein Turnaround-Kauf – das China-Problem kann der Konzern nicht lösen, er kann nur damit umgehen. Was Mercedes ist: ein Unternehmen mit Festungsbilanz, das gerade lernt, mit einem strukturell kleineren Markt zu leben, und dessen Aktie so bewertet wird, als würde es das nie schaffen.