Wall Street Cheat Sheet: Warum Gier blind macht.
Ich habe den Iran Krieg Anfang Februar schon kommen sehen und eine große Short Position aufgebaut und massiv profitiert, während alle anderen weggeschaut haben.
Wer das Wall Street CHEAT Sheet kennt, weiß vermutlich, wovon ich rede und in welcher Phase wir uns aktuell befinden. Insbesondere beim DAX...
Im Februar erreichte der DAX sein Allzeithoch von über 25.000 Punkten. Okay, das letzte Allzeithoch war im Mai, aber nur für ein paar Stunden. Aber gehen wir nochmal in den Februar zurück. Da hatten wir eine Euphorie am Markt wie sonst was. Jeder hat gekauft und jeder dachte, es kann nur noch in eine Richtung gehen. Also stiegen die Kurse, stiegen und stiegen.

Der Schlag ins Gesicht
Der Iran-Konflikt änderte alles. Plötzlich waren 10 % über Nacht vernichtet worden und mehrere Milliarden Euro Investments futsch. Für Leute, die am Allzeithoch – also aus reiner Euphorie – gekauft haben, ein Schlag ins Gesicht. Vor allem, wenn man nicht weiß, wie man damit umgehen soll.
Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, oder? Also: abwarten, aussitzen... wird schon wieder. Der Kurs fällt, steigt ein wenig, aber hauptsächlich fällt er. Und man versucht auf Biegen und Brechen irgendwie Profite hinzubekommen: Short Trading, Long Trading. Dann setze ich Short auf, plötzlich steigt der Kurs; ich setze Longs auf und der Kurs sinkt. Verflucht. "Seit drei Monaten nur Verluste", denkt sich der Trader.

Wo stehen wir im Cycle?
Dabei ist es oft besser, das Wall Street Cheat Sheet genau im Blick zu behalten. Wenn du mich nach meiner Meinung fragst, sind wir aktuell voll im Bereich Anger (Wut). "Warum hat die Regierung das nur zugelassen?" lautet der Tenor.
Seit einigen Tagen laufen Versöhnungsgespräche mit viel Hoffnung. Aber Vorsicht: Wir müssen vermutlich erst noch eine Depressionsphase abwarten, bis wir wieder ins Disbelief kommen. Wenn du dich verzockt hast, halte die Füße still und versuche nicht, alles auf Biegen und Brechen zu retten.
Die Signale waren da – man muss nur hinhören
Eigentlich hätte man den Braten doch riechen können, oder? Ich meine, schon im Januar und Februar stichelte Trump immer wieder gegen den Iran und drohte. Aber der Markt war so euphorisch und hat es komplett ignoriert. Ende Februar wurden Militärschiffe in den Iran gesendet. Jeder wusste davon und auf jeder Schiffskarte waren sie zu sehen. Die Signale waren also da und Trump war sogar noch so nett und hat es unbewusst gesagt, dass etwas kommen wird. Warum hört keiner hin? Selber schuld.

Mein Trade: Gegen den Strom schwimmen
Mitte Februar habe ich mir IM GELD Short-Positionen aufgebaut. Also nackte Spreads direkt am Geld mit nur 60 Tagen Laufzeit. Konkret: Short Calls auf etwa 25.000 Punkte.
- Prämie: Pro Kontrakt über 1.750 €.
- Volumen: 2x 60 Kontrakte verkauft.
- Ergebnis: 210.000 € Prämiengewinn (bei extremem Risiko).
Als Hedge habe ich einen Stop gesetzt, falls ich mehr als 75.000 € Verlust innerhalb der 60 Tage gemacht hätte. Es hat keine 12 Tage gedauert und meine Trades liefen direkt aus dem Geld raus. Ich konnte sie für Cent-Beträge zurückkaufen, weil der Kurs von 25.000 auf knapp 21.900 Punkte gerutscht ist.
Fazit: Raus aus dem Schwarm
Was lernen wir also daraus? Schwimm nicht immer mit dem Schwarm, sondern brich aus, wenn die Signale kommen. Aber die Leute sind viel zu gierig und verblendet und erkennen das gar nicht. Wenn alle investieren, laufen sie mit. Und wenn plötzlich alles brennt, ist plötzlich eine Person dafür verantwortlich, obwohl die Warnungen klar und deutlich auf dem Tisch lagen.
Wann wir an den Märkten wieder zur Normalität kommen? Ich habe keine Glaskugel. Ich gehe aber davon aus, dass wir minimum 6 Monate brauchen werden, bis wir ein klein wenig Sicherheit haben und man mit weniger Risiko wieder Long-Trades aufsetzen kann.
Bis dahin würde ich die Beine etwas stiller halten, das Leben genießen und mich nicht verrückt machen lassen.