DAX Heute: Warum uns die Seitwärtsrange nicht nervös machen sollte

Gestern verlor der DAX -0,8% Punkte. Heute wird der DAX mit etwas Erholung in den Markt starten. Die Gründe? Der Ölpreis ist leicht gefallen und durch den US Feiertag am Montag fehlte es an Liquidität im Markt.

Wer die Märkte in den letzten zwei Wochen intensiv beobachtet hat, dem dürfte ein ziemlich mühsames Muster aufgefallen sein. Am Pfingstmontag schießt der DAX um satte 2 % nach oben, nur um am Dienstag direkt wieder 0,8 % abzugeben. Kommt euch bekannt vor? Zu Recht. Exakt dasselbe Spiel hatten wir bereits in der Vorwoche rund um Christi Himmelfahrt.

Gestern verlor der DAX um -0,8%.

Wenn die "Big Boys" am Schreibtisch fehlen

Was hier passiert, ist reine Marktmechanik. An Feiertagen wie Pfingstmontag sind die Handelsvolumina extrem dünn. Wenn dann positive Impulse (wie die KI-Rallye in den USA oder Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt) auf den Markt treffen, schießt der Index mangels Liquidität künstlich schnell nach oben.

Sobald das institutionelle Geld am Folgetag wieder an den Schreibtisch zurückkehrt, wird erst einmal Kasse gemacht. Das Ergebnis: Die Gewinne schmelzen wie Eis in der Sonne. Dass der gestrige Dienstag der Handelstag mit den zweitniedrigsten Umsätzen des gesamten Jahres war, unterstreicht das Ganze: Der Markt sucht aktuell massiv nach Orientierung.

Der Status Quo: Kampf um die 25.000er-Marke

Machen wir den Chart auf, sehen wir trotz des gestrigen Rücksetzers ein stabiles Bild. Der DAX hat sich auf dem aktuellen Niveau gut einpositioniert. Für die laufende Woche erwarte ich ein zähes Ringen:

  • Die Bullen schielen nach wie vor auf das Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten.
  • Die Bären versuchen, den Index unter die psychologisch wichtige 25.000er-Marke zu drücken.

Heute Morgen starten wir dank einer freundlichen Indikation mit leichten Gewinnen (ca. +0,4 % im X-DAX bei 25.284 Punkten). Aber machen wir uns nichts vor: Der heutige Tag bringt kaum fundamentale Wirtschaftsdaten, die den Markt aus den Angeln heben könnten. Das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsweisen oder der China-Besuch der Wirtschaftsministerin sind zwar nett für die Medien, bewegen den Intraday-Chart aber selten nachhaltig.

Worauf es heute wirklich ankommt: Geopolitik und überkaufte Amis

Wenn heute Bewegung in die Kiste kommt, dann über zwei Kanäle:

  1. Der Iran-Konflikt und der Ölpreis: Das ist aktuell das sensibelste Stellrädchen. Die Märkte schwanken extrem zwischen Friedenshoffnung und neuen militärischen Spannungen. Dass die Ölpreise heute Morgen wieder leicht nachgeben, entlastet die Märkte kurzfristig und stützt unseren DAX-Start. Aber hier gilt: Die "Friedensglocke" wurde an den Märkten zuletzt definitiv zu früh geläutet. Die Lage bleibt volatil.
  1. Der Tech-Rausch an der Wall Street: Der Nasdaq hat erstmals die historische Marke von 30.000 Punkten geknackt. Das bringt Rückenwind, birgt aber auch Gefahren. Die US-Indizes sind rein markttechnisch betrachtet massiv überkauft. Eine gesunde technische Korrektur in Übersee würde uns sofort mit nach unten reißen.

Mein Trading-Fazit für heute: Füße stillhalten oder kleine Brötchen backen

Für mein persönliches Trading gilt heute: Extreme Zurückhaltung.

Wenn es keine klaren Impulse gibt, fahre ich meine Positionsgrößen drastisch herunter oder bleibe an der Seitenlinie. Ich erwarte für heute eine lethargische Range von gerade einmal 50 bis 100 Punkten (grob zwischen 25.200 und 25.350 Zählern). In solchen Seitwärtsphasen verbrennt man sich beim Ausbruchs-Trading nur unnötig die Finger.

Wer heute unbedingt im Daytrading aktiv sein will, sollte auf schnelle, kleine Gewinne (30–40 Punkte) abzielen und keine Megatrends erwarten. Für die große Trendfortsetzung fehlt schlichtweg der Treibstoff.