Der DAX geht tauchen und verlässt die 25.000 Punkte
Es ist ein hin und her. Erst schoss der DAX buchstäblich um 2% nach oben und jetzt steuert er wieder 1% im Minus. Ölpreise steigen und die US Börsen sind im Minus. Ein klarer Trend ist nicht zu erkennen.
Wer aktuell versucht, im DAX einen sauberen, langfristigen Trend zu reiten, braucht extrem starke Nerven oder ein verdammt gutes Risikomanagement. Was für ein Hickhack in den letzten 24 Stunden! Gestern schnupperten wir im Tageshoch bei knapp 25.395 Punkten noch am Allzeithoch (25.507 Punkte) – am Ende blieben magere -0,03% übrig, weil der Wall Street die Puste ausging.

Und heute Morgen? Geht der DAX erst mal wieder tauchen. Die Indikation beim Broker IG taxiert uns vorbörslich rund 0,8 % tiefer bei 24.970 Punkten. Damit verlassen wir die psychologisch wichtige 25.000er-Marke erst einmal wieder nach unten.

Der Grund ist derselbe wie so oft in den letzten Wochen: Der Iran-Konflikt und das Öl.

Fake News vs. Realität: Der Markt wird blind bespielt
Gestern Abend hieß es in den iranischen Medien noch, ein Entwurf für ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts liege vor. Die Hoffnung keimte auf, dass die Seeblockade aufgehoben wird. Was macht Washington? Dementiert die Meldung sofort als „vollständig erfunden“.
Heute Morgen dann die Ernüchterung: Statt diplomatischem „weißen Rauch“ gab es militärische Realität. Das US-Militär hat nahe der Straße von Hormus eine iranische Drohnenstellung angegriffen. Die Commerzbank-Analysten haben es heute Morgen treffend formuliert: „Bomben statt weißer Rauch.“
Das zeigt mir vor allem eins: Der Markt reagiert extrem sensibel auf jede noch so ungeprüfte Schlagzeile. Wer hier mit zu großen Positionen unterwegs ist, wird gnadenlos rasiert.
Der Blick auf die Einzelwerte: Techs schnaufen durch, Rüstung & Industrie im Fokus
Wenn man sich die Bewegungen im Markt anschaut, sieht man genau, wo das Geld gerade rotiert:
- Halbleiter unter Druck: Infineon scheiterte gestern haarscharf an der 80-Euro-Marke – danach setzten Gewinnmitnahmen ein (-1%). Auch Suss Microtec und PVA Tepla korrigierten. Das zeigt: Der Sektor ist heiß gelaufen, die Luft wird dünner.
- Die Ausnahme im Tech-Sektor: Aixtron explodierte förmlich um +8,4%, angetrieben von einer Kurszielanhebung der Bank of America auf 72 Euro. Das KI-Thema zieht nach wie vor, aber mir persönlich ist der Wert für einen Neueinstieg aktuell zu heiß gelaufen.
- Sensation im MDAX: Mein persönlicher Hingucker gestern war Schaeffler (+10%). Die brechen gerade aus ihrer reinen Auto-Abhängigkeit aus und steigen über eine Kooperation mit Spire Global ins US-Raumfahrtgeschäft ein. Solche Storys mag der Markt in der aktuellen Phase.
Mein Fazit für heute
Kein klarer Trend – Füße stillhalten oder eng absichern!
Ich bleibe bei meiner Tendenz der letzten Tage: Wir haben aktuell keinen klaren, sauberen Trend. Der Markt ist nachrichtengetrieben. Solange die Ölpreise wegen der Lage im Nahen Osten unberechenbar bleiben und die Straße von Hormus ein Pulverfass ist, wird jeder Ausbruchsversuch nach oben sofort wieder abverkauft.
Für mich bedeutet das heute im privaten Trading:
- Keine FOMO (Fear of missing out): Nur weil der DAX unter 25.000 fällt, greife ich nicht sofort ins fallende Messer.
- Abwarten, wo der Xetra-Markt sich stabilisiert. Wenn die US-Börsen am Nachmittag die Verluste aus Asien und Europa nicht auffangen, könnten wir noch ein Stück weiter durchgereicht werden.